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Worcestersauce: Was ist das eigentlich?

Woher Worcestersauce kommt, was drin ist, wie sie schmeckt und wofür man sie nimmt – plus der Unterschied zwischen Worcester- und Worcestershire-Sauce.

2 Min. LesezeitGrundwissen
Dunkle Würzsauce läuft aus einer Flasche ohne Etikett auf einen Silberlöffel, daneben Tamarindenschoten, Nelken und Schalotten
Inhalt
  1. Woher kommt Worcestersauce?
  2. Worcestersauce oder Worcestershire Sauce?
  3. Was ist drin?
  4. Wie schmeckt sie?
  5. Wofür verwendet man Worcestersauce?
  6. Wie lange ist Worcestersauce haltbar?
  7. Häufige Fragen

Worcestersauce ist eine dünnflüssige, dunkelbraune Würzsauce aus England. Sie schmeckt gleichzeitig sauer, süß, salzig und herzhaft – ein paar Spritzer reichen, um einer Soße, einem Dressing oder einem Tatar Tiefe zu geben. Im Glas wirkt sie unscheinbar, in der Küche ist sie ein kleines Kraftpaket.

Woher kommt Worcestersauce?

Namensgeber ist die Stadt Worcester in den englischen West Midlands. Dort brachten die beiden Apotheker John Wheeley Lea und William Henry Perrins die Sauce in den 1830er-Jahren in den Handel. Um die Entstehung ranken sich Legenden – die bekannteste erzählt von einem Rezept, das aus Indien mitgebracht wurde und zunächst ungenießbar war, bis das vergessene Fass Jahre später im Keller wiederentdeckt wurde. Belegt ist davon wenig; sicher ist, dass die Marke Lea & Perrins bis heute in Worcester produziert und als Original gilt.

Worcestersauce oder Worcestershire Sauce?

Gemeint ist dasselbe. „Worcestershire“ ist die Grafschaft, „Worcester“ die Stadt. Das Original heißt Worcestershire Sauce, im deutschen Handel steht auf vielen Flaschen „Worcester Sauce“. Einen geschützten Begriff gibt es nicht – deshalb unterscheiden sich die Rezepturen der Hersteller teils deutlich.

Was ist drin?

Die klassische englische Rezeptur besteht aus wenigen, aber markanten Zutaten:

  • Malzessig aus Gerste als Basis – deshalb ist das Original nicht glutenfrei.
  • Melasse und Zucker für Süße und Farbe.
  • Sardellen, die beim Reifen zu purem Umami zerfallen – deshalb ist das Original nicht vegan.
  • Tamarinde für die fruchtige Säure.
  • Zwiebel, Knoblauch und Gewürze wie Nelke, Piment oder Chili.

Deutsche Hersteller weichen gern ab: Manche ersetzen die Sardellen durch Sojasauce, andere setzen auf Tomatenmark, Senf oder Fruchtchutney. In unserem Vergleich siehst du jede Zutatenliste mit farbiger Markierung.

Wie schmeckt sie?

Pur probiert ist Worcestersauce scharf-sauer und fast zu intensiv. Ihre Stärke spielt sie erst in Verbindung mit anderen Zutaten aus: Sie verstärkt den Eigengeschmack von Fleisch, rundet Saucen ab und bringt Säure ohne Zitronenaroma.

Wofür verwendet man Worcestersauce?

  • Fleisch: in Marinaden, Hackfleischteig, Gulasch, Burger-Patties, zum Abschmecken von Bratensoße.
  • Klassiker: Tatar, Caesar Dressing, Welsh Rarebit, Toast Hawaii.
  • Drinks: unverzichtbar in der Bloody Mary.
  • Ostdeutsche Küche: ein paar Spritzer auf Würzfleisch (Ragout fin) sind dort Pflicht.
  • Vegetarisch: in Linsen- und Pilzgerichten – dann am besten eine vegane Worcestersauce.

Wie lange ist Worcestersauce haltbar?

Ungeöffnet hält sie dank Essig und Salz meist mehrere Jahre – das Mindesthaltbarkeitsdatum steht auf der Flasche. Nach dem Öffnen gehört sie bei vielen Herstellern in den Kühlschrank; ein Bodensatz ist normal und kein Mangel. Vor Gebrauch schütteln.

Häufige Fragen

Ist Worcestersauce dasselbe wie Worcestershire Sauce?

Ja. „Worcestershire“ ist die Grafschaft, „Worcester“ die Stadt. Gemeint ist dieselbe Würzsauce; im deutschen Handel steht meist „Worcester Sauce“ auf dem Etikett.

Ist in Worcestersauce Fisch?

In der klassischen englischen Rezeptur ja: Sardellen. Viele deutsche Sorten kommen ohne Fisch aus, einige sind ausdrücklich vegan.

Wie schmeckt Worcestersauce?

Säuerlich, salzig, leicht süß und herzhaft zugleich. Pur ist sie sehr intensiv, ihre Stärke zeigt sie als Würze in anderen Gerichten.

Muss Worcestersauce in den Kühlschrank?

Das hängt vom Hersteller ab. Maßgeblich ist der Lagerhinweis auf dem Etikett.